André Holenstein: Warum wurde die Schweiz so fremdenfeindlich?
Geistiger Aufschwung, kulturelle Impulse, wirtschaftliche Dynamik: Bereits im Mittelalter war die alte Eidgenossenschaft auf Zugewanderte regelrecht angewiesen. Und die Schweiz ist es bis heute.
Doch im kollektiven Gedächtnis werde das ausgeblendet, sagt Historiker André Holenstein: Einwanderung werde oft mehr als Nachteil denn als Vorzug gesehen. Der emeritierte Professor für ältere Schweizer Geschichte an der Universität Bern ist Co-Autor einer Schweizer Migrationsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Im Podcast-Gespräch mit Publizist Roger de Weck legt er im Vorfeld der Abstimmung zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» dar, wie sich das Bild von Zuwanderung im Verlauf der Schweizer Geschichte wandelte. Holensteiun ordnet die heutige Abwehrhaltung vieler Schweizerinnen und Schweizer gegenüber dem vermeintlich Fremden historisch ein.
**Buchhinweis: **André Holenstein, Patrick Kury & Kristina Schulz: «Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart.» Hier und Jetzt Verlag, 2018.
**In dieser Folge: **
00:00 Intro 02:09 Der Ursprung der Fremdenfeindlichkeit im jungen Bundesstaat 09:02 Wie die Schweiz im 17 Jh. zum Fluchtland wird 15:12: Wie Zürich im Spätmittelalter Fremde anlocken muss 17:58 ein Einwanderungsland, dass sich nicht so versteht 23:00 Die Schweiz als Hotspot für Söldner 33:20 Die Rolle ziviler Auswanderer:innen 36:29 Die Ankunft der Italiener:innen in der Schweiz 44:28 Migration als Bereicherung 48:31 Die Bürokratisierung von Migration