Julia Reuschenbach: Warum sind unsere Debatten defekt?
Warum entgleisen politische Debatten heute so häufig? Warum scheitert gerade bei emotional aufgeladenen Themen der konstruktive Austausch in der Gesellschaft oft, während Hassrede Überhand nimmt?
Die deutsche Politikwissenschaftlerin Julia Rauschenbach hat sich mit diesen Fragen intensiv auseinandergesetzt – und gemeinsam mit dem Journalisten Korbinian Frenzel das Buch «Defekte Debatten. Warum wir als Gesellschaft besser streiten müssen» verfasst. Reuschenbach ist Senior Lecturer für Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg.
Im Podcast-Gespräch mit Publizist Roger de Weck spricht Julia Reuschenbach über Polarisierung als Geschäftsmodell und politischen Mut angesichts von Shitstorms und medialer Dauererhitzung. Sie plädiert dafür, Komplexität anzuerkennen statt in Klischees zu verfallen – und erklärt, wie sich auch an der Supermarktkasse zeigt, was es dafür braucht.
Leseempfehlung:
Julia Reuschenbach und Korbinian Frenzel: «Defekte Debatten. Warum wir als Gesellschaft besser streiten müssen», Suhrkamp Verlag, 2024. 318 Seiten.
**In diesem Gespräch: **
00:00: Intro 03:59: Wie defekte Debatten sich im Alltag zeigen 12:37: Globale Krisen und erodierende Diskursräume 19:09: Was ist mit den Grautönen in Debatten passiert? 23:24: Wie Medienlogik die Polarisierung verstärkt 32:45: Wie können wir alle besser streiten? 40:51: Politischer Mut, Vertrauen und Fehlerkultur 53:12: Was ist eine gute Debatte?