De Weck: Im Gespräch – Ein Republik-Podcast zum Hier und Jetzt.

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Transkript

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00:00:05: Wenn wir sehen, dass ganze Familien ihre Häuser verlassen müssen, evakiert werden müssen weil Gefahr besteht von Bergstürzen oder Hochwasser.

00:00:14: Also dann sind das die Auswirkungen des Klimawandels bei uns und die haben wir heute.

00:00:19: Ich glaube in der Politik passiert mehr als es wahrgenommen wird.

00:00:23: aber dieses Transportieren dieser Themen und was wir auch erreichen in die Bevölkerung ist da im Moment die Kanäle nicht ganz offen sind dafür.

00:00:34: Ist das Glas halb voll oder halblehr?

00:00:40: eher halb leer.

00:00:42: Aber es steht eine Wasserflasche nebenan und wir können es noch füllen.

00:00:48: Guten Tag meine Damen, meine Herren zu dem Podcast im Gespräch!

00:00:52: Mein Name ist Roger Deweck Eng verbunden zu dem Online-Magazin RepublikundRepublik.ch produziert den Podcast.

00:01:00: Dewec im Gesprich heute mit Nationalrätin Franziska Rieser.

00:01:05: Sie ist Grüne sie ist Zangallerin sie ist Wissenschaftlerin ihrer Nichtregierungsorganisation Unverkehr eine Volksinitiative gegen die Vielfalt.

00:01:20: Willkommen Franziska Rieser!

00:01:22: Hallo Herr Döveck, schön hier zu sein.

00:01:27: Ziehen wir Bilanz zwischen Bilanz?

00:01:30: Wie ist aus Ihrer Sicht der Stand der Erderwärmung?

00:01:38: Kein sehr positiver würde ich meinen.

00:01:40: Wir haben ja... uns in der internationalen Staatengemeinschaft dazu erklärt und committet, dass wir versuchen wollen die Klimawärmung zu verlangsamen, zu stoppen.

00:01:53: Möglichst deutlich unter zwei Grad dieses eins, fünf Grad Ziel.

00:01:57: Und im Moment sieht es nicht gut aus, das wir dieses Ziel erreichen.

00:02:00: global nicht und auch in der Schweiz nicht.

00:02:04: Wir haben global bereit seine Erwärmungen von etwa Eins, drei Grad und das zeigt, dass dieses Eins, Fünf Grad Ziel wohl tatsächlich nicht erreicht werden kann.

00:02:13: Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann steuern wir eher auf eines Szenario von etwa zwei Kommassiven, zwei Komma acht Grad globaler Temperaturanstieg hin und das wäre schon mit fatalen Auswirkungen verbunden.

00:02:26: Und für die Schweiz heißt es ja immer dass wir etwa das doppelte Temperaturanstieg spüren werden.

00:02:31: also wir sind hier bereits heute bei einem durchschnittlichen Temperaturen stieg von etwa zweikommer Acht Grad und da sind abstrakte Zahlen aber Die Auswirkung in die Spüren wer ja schon.

00:02:42: Zwischenfrage, warum soll es in der Schweiz doppelt so warm werden?

00:02:47: Aufgrund der Lage der Schweiz – wie wir auf der Welt angeordnet sind – haben wir bei uns automatisch einen höheren Temperaturanstieg als das globale Mittel.

00:02:56: Und entsprechend sind auch die Auswirkungen der Klimaveränderung und der Klimaerwärmung bei uns spürbarer.

00:03:03: Wir haben bereits heute heißere Temperaturen, es ist trockener geworden.

00:03:08: Die Winter sind Schneeärmer wir haben stärkere Regenfälle und damit auch mehr Überschwemmungen.

00:03:15: Das heißt zum Beispiel das Gemüsebäuerinnen im Sommer Mühe haben noch genügend Wasser zu haben wo sie bisher gut kultivieren und arbeiten konnten oder dass wir hier in den Städten in den Sommernechten durch die vermehrten Tropennechte Mühhaben oder schlechtere Nächte haben.

00:03:34: Oder wenn wir sehen, dass ganze Familien ihre Häuser verlassen müssen, evakuiert werden müssen weil Gefahr besteht von Bergstürzen und Hochwassern.

00:03:43: also dann sind das die Auswirkungen des Klimawandels bei uns und die haben wir heute.

00:03:48: Wann sind die viel zitierten Kipppunkte erreicht wo man gar nicht mehr herunter könnte?

00:03:55: Von der Erderwärmung?

00:03:58: Ich fürchte schon bald.

00:04:00: gemessen an den wissenschaftlichen Grundlagen sind einige dieser Kipppunkte bereits erreicht und bald erreicht.

00:04:07: Es gab letztes Jahr einen neuen internationalen Bericht dazu, für die Schweiz kann ich das schwierig einschätzen aufgrund von einer einzelnen Zahl oder einem einzelnen Parameter.

00:04:20: aber ich glaube wir sind jetzt schon am Punkt wo wir sehen dass wir Anpassungsmaßnahmen brauchen.

00:04:25: Wir werden nicht zurückkehren in eine Welt, wie wir sie noch kennen von der vorindustriellen Zeit.

00:04:31: Wir brauchen heute bereits andere Pflanzen zum Beispiel, andere Bäume die hitzeresistenter sind und wir brauchen heute auch bereits andere Arten wie unsere Städte und Dörfer bauen damit sie klimaresistenter sind und helfen die Hitze den Sommer zu reduzieren.

00:04:47: also wir sind bereits an dem Punkt wo wir Veränderungen spüren und uns entsprechend anpassen müssen.

00:04:53: Also nicht mehr Prävention, sondern wir sind in der Krise und machen Krisenmanagement.

00:05:00: Beides ja genau!

00:05:01: Wir brauchen die Anpassungsmaßnahmen und natürlich müssen wir auch fortlaufend immer noch die Ursache der Klimaerwärmung zu reduzieren versuchen das Ganze zu verlangsamen indem wir das CO²- und Treibhausintensiven Gase, dass wir die reduzieren.

00:05:16: Und ich glaube um auch noch etwas Positives zu sagen oder wir sind da auch nicht gar nirgends.

00:05:23: oder wir haben in den letzten Jahren doch einiges an CO-Zweihemissionen reduzieren können.

00:05:29: Nicht überall gleich bei der Industrie, bei den Gebäuden geht das eigentlich nicht schlecht voran.

00:05:34: Beim Verkehr haben wir leider noch nicht so viel erreicht und auch in den vergangenen Jahren stagniert.

00:05:39: beim Flugverkehr nimmt es sogar zu aber unter dem Strich haben wir in der Schweiz trotzdem eine Reduktion von CO-zwei Emissionen.

00:05:47: Wir haben beim Ausbau der Solarenergie sehr viel erreicht in den letzen Jahren.

00:05:52: Wir haben unterdessen, man erwartet jetzt für das letzte Jahr, dass wir diese acht Terawattstunden erreichen.

00:05:59: Das wäre etwa so viel wie ein Acker.

00:06:00: Achtterawatt-Stunden?

00:06:01: Wofür?

00:06:03: Strom für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten.

00:06:06: Aus erneuerbaren Energien.

00:06:10: Einzig den Solarenergien!

00:06:11: Genau.

00:06:12: Es sind doch, es sind etwa vierzehn Prozent unseres aktuellen Stromverbrauchs.

00:06:16: also es ist nicht mehr nichts Und natürlich muss noch deutlich mehr passieren.

00:06:20: Wir müssen da weitermachen und auch noch schneller werden im Zubau, aber wir sind da zumindest auf einem guten Weg jetzt spezifisch beim Ausbau des

00:06:29: Solarstroms.".

00:06:29: Ist das Glas halb voll oder halblehr?

00:06:36: Das ist eine Frage der Betrachtung!

00:06:39: Ich würde sagen wenn ich den Stand des Klimawanders anschaue dann ist es eher halb leer.

00:06:47: Wenn ich schaue was wir aktuell an politischen Maßnahmen geplant haben.

00:06:53: Aber es steht eine Wasserflasche nebenan und wir können es noch füllen.

00:06:57: Und die Wasserfläche will eigentlich im Moment niemand füllern, um aus dem halbleeren Glas ein halbvolles zu machen müsste man die Wasserflasche in die Hand nehmen.

00:07:10: und dass wir niemand derzeit wirklich beherzt tun außer den Grün und den Gründliberan.

00:07:17: Ja, der Griff zur Wasserflasche tatsächlich ist im Moment nicht mehr ganz so attraktiv wie er noch vor einigen Jahren war.

00:07:24: Warum?

00:07:25: Da bin ich einverstanden!

00:07:26: Warum?!

00:07:28: Ich glaube es gibt verschiedene Antworten, verschiedene Gründe oder Dynamiken die dazu führen und einen Punkt ist sicherlich die Themenkonjunktur.

00:07:38: Wir haben im Moment sehr viele auch globale Ereignisse gerade in den sicherheitspolitischen Themen, die eine sehr starke Dominanz haben und auch andere Themen verdrängen.

00:07:52: Verständlich auch weil die Kriege auf der Welt die berühren uns, die emotionalisieren, die beschäftigen uns oder machen auch Angst.

00:08:00: Ich glaube dass es da aber auch die Aufgabe von den ökologischen Kräften und auch von uns Grünen ist Und vielleicht sogar auch eine Chance ist das wir Thema der ökologischen Transformation auch stärker an dieses gesteigerte Sicherheitsbedürfnis anknüpfen können, oder?

00:08:22: Also wir sehen die Leute sie wollen mehr Sicherheit.

00:08:25: Das heißt auch vor allem mehr Versorgungssicherheit.

00:08:28: Sie wollen eine unabhängige Schweiz, eine resilientere Schweiz und wenn man das weiter denkt dann heißt es dass wir vor allem eine sichere Stromversorgung brauchen um unsere Infrastruktur betreiben zu können.

00:08:41: Und das erreichen wir nicht, indem wir Erdgas aus Russland oder Öl aus dem Nahen Osten bei uns verbrennen und Energie daraus ziehen.

00:08:50: Sondern das erreichen mit den Ressourcen die wir vor Ort haben – also mit der Sonne, mit Wind, mit Wasser.

00:08:55: Also erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien, sind Freiheitsenergie.

00:09:00: Wenn wir es schaffen zu zeigen dass es eine Chance ist für die Schweiz auch für mehr Sicherheit, für die Bevölkerung, für mehr Unabhängigkeit dann glaube ich Kann das ein interessantes Tor sein und kann auch wieder helfen, dass wir die ökologischen Themen auch wieder stärker in den Vordergrund bringen können?

00:09:16: Wenn ich Ihnen zuhöre mit der Skizze dieser Argumentation, dann denke ich... Die eigentliche Argumentationsnämung ist, dass Wir Verantwortung tragen für den blauen Planeten.

00:09:30: Und seine erschöpflichen Ressourcen, dass das nicht zieht und dass man andere fast schon Sachfremde Argumente heranziehen muss.

00:09:43: Oder dass man diese wohl größte Aufgabe, die wir heute haben in unserer Gegenwart für unsere Generation – das es einfach auch verschiedene Perspektiven auf diese gibt oder verschiedene Anknüpfungspunkte und dass es auch unsere Aufgabe ist, diese verschiedenen Perspektive zu bedienen oder aufzuzeigen?

00:10:03: Konkret!

00:10:04: Sie meinen, die einen wollen Ökologie und die anderen denen isst das

00:10:09: egal?!

00:10:09: Die einen wollen Ökologie aus Verantwortungsbewusstsein, andere unterstützen die ökologische Transformation weil sie sehen dass es alles was sie heute machen weniger kostet als wenn wir jetzt nach zehn oder fünfzehn Jahre warten und dann mit den massiven Auswirkungen konfrontiert sind also mit der ökonomischen oder finanzpolitischen Perspektive.

00:10:29: Oder eben anderen.

00:10:30: überzeugt man mit den Sicherheitsaspekten das wir unabhängiger selbstständiger werden wenn wir uns versorgen können.

00:10:38: Zu diesen drei Kategorien gibt es eine vierte, verkerpert derzeit in den Vereinigten Staaten durch Donald Trump.

00:10:45: Der will gar nix!

00:10:48: Die gibt's auch – ja das ist so und natürlich ist es eine fortwährende Debatte die wir führen müssen.

00:10:57: ich glaube einfach dass wir heute an einem etwas anderen Punkt stehen als wir das in den Jahren nach der Klimabewegung im Jahr zwanzig, einundzwanzig noch waren immer Personen geben wird, die sich ganz dem Klimawandel verschließen.

00:11:12: Aber dass es die ganz große Mehrheit der Bevölkerung gibt, die durchaus das Problem erkennen und etwas tun wollen.

00:11:18: Es aber nicht so hoch Gewichten wie die Grünen oder die Gründliberalen, die beide derzeit Wähleranteile verlieren?

00:11:28: Das stimmt bezogen auf die Wähler-Anteile ja!

00:11:31: Ich finde ist tatsächlich auch noch eine schwierige Interpretationsfrage woher das effektiv kommt, weil wenn man zum Beispiel den Sorgenbarometer herbeizieht der ja jedes Jahr die Sorgen der Bevölkerung abfragt.

00:11:44: Von der UBS veranstaltet früher von der Kredis wie selig?

00:11:48: Ja genau!

00:11:50: Dann sieht man dass die Sorge und Klima immer noch auf Platz zwei steht.

00:11:55: also es ist ein Thema das den Leuten durchaus präsent ist und ich glaube dass die Dimensionen und die Auswirkungen in der Klimakrise dass sie bei vielen schon bewusst ist und dass Sie auch die Bereitschaft mitbringen, etwas zu tun.

00:12:11: Vielleicht nicht gerade jetzt – zu diesem Zeitpunkt wenn andere Themen etwas in den Vordergrund geraten sind aber das wir an diese Bereitschicht anknüpfen können?

00:12:20: Das heißt derzeit verdrängt die Gegenwart die Zukunft.

00:12:25: Wir sind befasst mit den Kriegen, mit den Wirtschaftskrisen, Digitalen Zeitalter und die Ökologie, das Langfristige, das Langsame.

00:12:39: Das langwierige wird schlicht und einfach zunächst einmal verdrängt auch wenn man theoretisch dafür ist.

00:12:46: praktisch wählt man Parteien die sich nicht ins ökologische einbringen.

00:12:52: Ja, das hat glaube ich schon einen wahren Kern.

00:12:55: Wir kennen es ja auch aus unserem Alltag oder?

00:12:57: Es gibt Dinge die sehr wichtig sind und dann gibt es Dinge die dringend sind und oftmals beschäftigen wir uns dann zuerst mit den drängenden Themen und Aufgaben statt dass wir uns mit dem wichtigen auseinandersetzen.

00:13:07: Also in der Politik ist das Dringliche wichtig und ist das Wichtige nicht immer dringlich?

00:13:14: Er scheint nicht immer dringlich genug!

00:13:16: Was tun die Grünen dagegen?

00:13:19: Es gibt verschiedene Ansätze und eben ein Punkt, über den wir schon gesprochen haben.

00:13:24: Dass wir versuchen an diese anderen Themen auch da den Mehrwert der ökologischen Transformation aufzuzeigen oder der, glaube ich tatsächlich einen wichtiger Kern dahinter steht.

00:13:34: Ich glaube auch dass es zum Teil uns zu wenig gelingt das was effektiv im politischen Alltag passiert über die Medien angemessen in die Gesellschaft und in den politischen Diskurs getragen wird.

00:13:51: Und ich glaube, im Moment wird es ja wenig über Klima berichtet auch – nämlich an die klimafroh-initiative Denke beispielsweise, über die wir Anfang dieses Jahres abgestummen haben.

00:14:00: Dann gab es zum Teil deutschweizer Medien, die eigentlich gar nicht darüber berichtet haben also weder dafür noch dagegen, sie haben das Thema einfach

00:14:08: ignoriert.".

00:14:09: Und das führte dann zu dem neunundzwanzig Prozent Jahr?

00:14:13: Und das war wohl auch mit ein Grund, weshalb die Initiative dann nicht mehr Leute überzeugen konnte und im Kern dass es im Moment schwierig ist.

00:14:22: Ich glaube in der Politik basiert mehr als es wahrgenommen wird aber dieses transportieren dieser Themen und was wir auch erreichen in die Bevölkerung da im Moment die Kanäle nicht ganz offen sind dafür würden Sie sagen?

00:14:36: Die Schweizer Medienlandschaft hat sich nach rechts bewegt.

00:14:40: Das gilt eindeutig für die neue Zürcherzeitung, das geht ein gutes Stück weit auch für die Thermediamedien.

00:14:46: Das war schon immer ordentlich rechts bei CMedia und dann fällt das Thema Ökologie nicht mehr so auf?

00:14:56: Da sind sie, da bessere Experte als ich.

00:14:58: Ich würde solche Tendenzen zumindest auch beobachten.

00:15:01: ja aber wahrscheinlich ist auch mit ein Grund dass die Ressourcen bei den Medienhäusern zurückgehen das gar nicht mehr genügend ressourcen verfügbar sind um sich auch noch mit anderen Themen zu ausreichend zu beschäftigen, die vielleicht nicht ganz zu oberst jetzt in der Themenkonjunktur stecken.

00:15:17: Ich würde da nicht nur Bösenwillen

00:15:18: unterstellen.".

00:15:19: Sie haben nichts Selbstkritik geübt aber Manöverkritik dass die ökologische Seite besser kommunizieren sollte trotz schwieriger Ausgangslage.

00:15:31: was sind noch andere Ansätze?

00:15:34: Die sie persönlich und ihre Partei verfolgen?

00:15:37: Ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass wir Allianzen aufbauen und vielleicht neue Allianz mit denen wir in diesem Umfeld die Mehrheit erreichen und mindestens in der institutionalisierten Politik im Parlament noch Projekte voranbringen können.

00:15:54: Ein Beispiel ist der CO² Grenzausgleich.

00:15:57: das ist ein Geschäft, das aktuell gerade in der Kommission beraten wird und bald ins Parlament kommt.

00:16:02: Das heißt, dass wenn Waren und in der Schweiz wird man das auf Zement beschränken aus dem Ausland in die Schweiz importiert werden.

00:16:09: Und dass aus einem Land kommt wo es keine CO-Zweihabgabe gibt oder nur eine sehr kleine.

00:16:14: Dass dann an der Grenze diese CO-Zeitabgaben quasi nachbezahlt wird ausgeglichen wird?

00:16:20: Gleichsam ein Sonn.

00:16:22: Genau technisch ist das eine Steuer aber eigentlich... genau wird das als Zoll wahrgenommen, weil sonst ein Klimadumping passieren kann.

00:16:30: Weil zu diesen günstigeren Konditionen ohne die Klimaabgabe oder zwei Abgaben dann der Zement zu tieferen Preisen auf den Schweizer Markt gebracht werden kann und dann die Investition in ökologische Produktion der Schweizer Hersteller damit quasi unterlaufen werden

00:16:46: kann.".

00:16:47: Und wer sind dafür ihre Partner?

00:16:49: Das machen wir zusammen mit der Industrie selber, also den Direkt betroffenen.

00:16:54: Weil die Hersteller von Zement in der Schweiz diese Gefahr erkennen, gerne investieren möchten und das aber nur tun können wenn sie die Sicherheit haben dass sie dann nicht in ein solches Szenario laufen und damit diesen Wirtschaftsverbänden zusammen eine Allianz haben die sagen jetzt etwas über das klassisch ökologische Linkelager hinaus geht und andere Kräfte zusammenbringt um so ein Projekt an voranzubringen.

00:17:19: Eine Allianz zwischen der Wirtschaft und den Grünen, das ist nicht alltag.

00:17:25: Je nach Thema – ja genau!

00:17:27: Ich glaube tatsächlich dass Klimaschutz auch ein sehr liberales Anliegen ist, dass Klima-Schutz und die richtigen Klimaanpassungen gerade für die Wirtschaft essentiell sind, dass das Verlangsamen der Biodiversitätskrise Einer der innersten Ziele auch der Wirtschaft sein muss und zum Teil schon ist noch nicht bei allen, aber zum Teilen auch schon.

00:17:55: Weil auf Sie erkennen das ohne die natürlichen Grundlagen, auch ohne die Ökosystemleistungen, die wir von der Natur erhalten – auch unser Wirtschaftssystem nicht mehr gleich funktionieren kann!

00:18:06: Und auch dass es eine Chance ist also für die Wirtschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, auch wenn es im Moment global langsamer vorangeht als wir uns die Decarbonisierung erhoffen, aber sie wird passieren... Die einzige Weg, der vor uns ist.

00:18:20: Und das heißt auch die Wirtschaft wird sich auf dieses Szenario anpassen und wenn wir es schaffen, dass in der Schweiz ein Wirtschafts-Ökosystem aufbauen, das spezialisiert ist auf Technologien und auf Techniken in diesen Märkten dann wird das auch eine Chance sein, eine Opportunität für die

00:18:37: Zukunft.".

00:18:38: Der CEO der UBS Sergio Amotti hat ihnen da nicht zugehörte – er ist aus der Klimaallianz mit seiner Bank ausgetreten.

00:18:47: Ja, das habe ich mit Bedauern zur Kenntnis genommen.

00:18:51: Ein Großteil der Wirtschaft folgt ihrer so eben dargelegten Argumentation nicht oder nicht mehr – ist sogar eher weniger ökologisch als auch schon?

00:19:03: In der offiziellen Positionierung ja, das stimmt!

00:19:06: Es gibt aber auch Verbände die sehr klar sich im ökologistischen Bereich positionieren KMU-Verbände, die sehr progressiv sind und die ökologische Transformation einfordern.

00:19:16: Es gibt sehr starke Verbände in der Organisation im Bereich der Kreislaufwirtschaft, die dieses Thema voranbringen und aufbauen wollen.

00:19:24: Ich glaube wenn man etwas tiefer geht und zu den Unternehmen an sich dann ist beispielsweise die Investition in erneuerbare Energien oder das Umstellen der eigenen Produktion auf stärker nachhaltige Energieformen schon bei vielen Firmen und Unternehmen weit fortgeschritten, weil sie einerseits die Kostenrechnung machen und weil Sie die Notwendigkeit sehen.

00:19:48: Sie verkörpern diese Wirtschaftsnähe der Grünen – Sie sind selbst Verwaltungsratspräsidentin eines Familienunternehmens, einer KMU, eines Optiker-Geschäfts in St.

00:20:00: Garnen.

00:20:01: Und Sie arbeiten als ETH Maschineningenieurin, die darüber auch doktoriert hat für ein IT-Unternehmen ab Raxas.

00:20:13: Müssten sich die Grünen sehr viel stärker noch als bisher der Wirtschaft zuwenden?

00:20:18: Ich würde diese Wirtschaftsentfernung der Grünen, die bestreite ich jeweils etwas.

00:20:24: Die Grünen sind viel wirtschaftsnäher und freundlicher, als man ihnen das jeweils unterstellt.

00:20:29: Wir haben auch innerhalb der Grünen viele Unternehmerinnen und Unternehmer, vor allem von kleineren KMUS.

00:20:38: sowohl Wirtschaft betreiben, aber sich gleichzeitig auch für Umweltschutz, für ökologischen Themen, für sozialen Klimaschutz und für eine Stärkung der Demokratie und der Gleichstellung einsetzen.

00:20:48: Ich glaube das ist nicht per se ein Widerspruch.

00:20:50: Aber ja auf jeden Fall sollte man diese Zusammenarbeit noch verstärken den Dialog auch verstärkt werden weil ich glaube am Ende haben wir das gleiche Ziel.

00:21:00: Sind Sie jetzt weg Optimistin?

00:21:03: Als Parlamentarerin, Nationalrätin ist Optimismus sicherlich etwas was wir jeweils auch brauchen.

00:21:09: Aus einer Minderheitsposition gewinnen wir nicht alles und ich würde immer über vielen Themen wünschen das sie schneller oder anders vorangehen.

00:21:15: da braucht es auch hin und wieder etwas Optimismus ja?

00:21:19: Ich glaube aber auch dass es gerade in diesem Thema Klimaschutz aus Partei Erneuerbaren das es da auch wichtig ist aufzuzeigen was wir schon erreicht haben und Perspektiven auf zu zeigen wohin wir gehen können vielleicht auch etwas Optimismus und Hoffnung zu verbreiten in der einen oder anderen Runde, damit diese zum Teil sehr dystopischen Visionen die ja auch vorhanden sind.

00:21:45: Wenn wir sehen was passieren kann wenn wir zu wenig machen dass sie nicht ganz ohne eine Gegenposition stehen bleiben.

00:21:52: also ihre persönliche Strategie ist immer das positive hervorzuheben statt Angst zu machen.

00:21:59: ich glaube es ist einfach auch wichtig dass man auf die positiven Aspekte hinweist, insbesondere dort wo sie Chancen sind.

00:22:05: Ich denke nicht dass man die Realität schönmalen sollte und auch nicht schön malen muss aber das wir ehrlich über das diskutieren was im Moment Sache ist, was umgesetzt wird, wo wir viel zu langsam unterwegs sind, was wir noch nicht erreicht haben, aber auch zeigen was wir schon erreicht haben auf die Lösungen hinweisen möglich sind, die auf dem Tisch sind und eben auch auf die Chancen wo wir einen Mehrwert bringen können für die Wirtschaft aber auch für die Gesellschaft.

00:22:37: Für jede und jeden einzelnen von uns.

00:22:39: Sieht es manchmal die Politikerin Franziska Rieser herunter wenn sie gegen Windmühlen kämpft?

00:22:45: Und zwar immer eine gute Botschaft verkündet da aber viele schlechte Nachrichten zu verdauen sind.

00:22:52: Diese Momente gibt es jeden Fall ja Wenn ich zum Beispiel für die Windräder und gegen die Windmühlen kämpfe.

00:22:59: Doch es gibt schon Themen, wo mir ein rascheres Vorankommen sehr stark wünsche und auch nicht immer ganz verstehe weshalb es dann doch immer länger geht oder noch eine zweite Runde braucht wenn die Notwendigkeit da ist und vor allem die Zeit uns davon läuft.

00:23:15: Es gab so viele Initiativen mit ökologischer Dimension Die klimaforinitiative über die wir so eben gesprochen haben, die erhält nur neunundzwanzig Prozent Jahr.

00:23:27: Die Umweltverantwortungsinitiative dreißig Prozent, die Biodiversitäts-Initiative sieben und dreißzig Prozent, sauberes Trinkwasser etwas mehr, neun und dreizig Prozent.

00:23:37: keine Pestizide im Jahr zwei tausend einen zwanzig, neuneinunddreißig prozent.

00:23:41: das CO-Zweigesetz nur neuneineinunddeißig Prozent Jahr.

00:23:46: Und dann Die Konzernverantwortungsinitiative, fünfzig, sieben Prozent Jahr.

00:23:51: Aber kein Stände mehr!

00:23:53: Der Atomausstieg, zwei Tausendsechzehn immerhin.

00:23:56: Fünfundvierzig, acht Prozent Jahr.

00:23:58: die Energiesteuer, zweitausendfünfzehn nur vierundzwanzig, sechs Prozent.

00:24:04: Und ich könnte weitere Initiativen anführen.

00:24:08: im Ausnahmefall gelingt fast schon etwas, aber sonst stößt man wie an diese unsichtbare gläserne Mauer in etwa dreißig Prozent.

00:24:21: Und trotzdem glaube ich das viele dieser Initiativen eine Wirkung gehabt haben.

00:24:29: Sicherlich ist es differenziert zu betrachten und kann nicht alle diese Projekte über einen Kamm scheren Aber ich glaube einigen ist es doch gelungen einerseits ein Thema in die Debatte einzubringen, das vorher nicht da war aufzuklären, Sensibilität zu schaffen.

00:24:45: Beispielsweise die Biodiversitätsinitiative, die eigentlich erstmals einer breiten Bevölkerung die Dimension der Biodiverzitätskrise klargemacht hat.

00:24:55: Die an sich ebenso wichtig ist wie die Klimakrise von der wir mehr reden?

00:25:00: Absolut und die sich gegenseitig auch noch verstärken.

00:25:05: Darüber hinaus gab es auch Initiativen, die ganz konkreten Mehrwert und Impact hatten in der Politik.

00:25:13: Beispielsweise die Gletscherinitiative dank der wir jetzt ein Innovations- und Klimaschutzgesetz haben und damit auch ein demokratisch legitimiertes Netto Nullziel oder die Initiativen im Landwirtschaftsbereich, Pestizid-Trinkwasserinitiativen, die zum Absenkpfad Pestziti geführt haben.

00:25:30: Der jetzt leider schon wieder angegriffen wird aber was vielleicht auch zeigt dass er eben doch Wirkung hat oder hätte.

00:25:37: in diesem Umfang.

00:25:38: Deshalb glaube ich sind diese ökologischen Initiatifen durchaus.

00:25:43: Auch wenn sie nicht eine Mehrheit der Bevölkerung an der Urne überzeugen konnten dann sind zumindest einigen von ihnen ist es schon gelungen die Klimapolitik in der Schweiz in einer positiven Art und Weise zu beeinflussen.

00:25:55: Sie sagen, dass gerade die Pestizid-Senkung jetzt wieder infrage gestellt wird?

00:26:02: Insbesondere durch den Umweltminister.

00:26:05: Albert Rösti ist er ein Umweltminister.

00:26:09: Das ist leider tatsächlich für uns eine etwas unglückliche Besetzung im Bundesrat.

00:26:14: offensichtlich ist im Bereich Klimaschutz und Umweltschutz weit von den Positionen der Grünen entfernt.

00:26:21: Und vor allem versucht er verschiedene Entscheide, die das Parlament auch gefällt hat in den letzten Jahren nun wieder infrage zu stellen.

00:26:34: Wir sind aktuell im Parlament tatsächlich viel damit beschäftigt, Rückschritte zu verhindern.

00:26:42: Also wenn ich zum Beispiel an die Diskussionen denke, zur Mindestvergütung Solarstrom.

00:26:48: Die Förderung der Nachzüge, die das Parlament ja eigentlich beschlossen hat.

00:26:52: Das Gebäudeprogramm, dass dem Sparhammer zum Opfer hätte fallen sollen oder die Atomenagie natürlich wo jetzt die Debatte wieder losgetreten wird dann sind das alles Abwehrkämpfe und wenn wir die gewinnen haben wir noch nicht zereicht für das Klima Und das bindet natürlich auch einen Teil unserer Ressourcen, die ich lieber in den Diskussionen hätte um den Umweltklimaschutz und den Biodiversitätsschutz voranzubringen.

00:27:16: Finden Sie Gehör wenn sie mit ihm sprechen?

00:27:19: Ich finde Bundesrat Röst ist auf einer persönlichen Ebene sehr zugänglich.

00:27:24: seine politischen Aktionen und wie er seine Politik betreibt.

00:27:30: da habe ich schon etwas Mühe.

00:27:32: also ich hab es noch nie erlebt dass ein Bundesrat so politisiert, wie er das tut.

00:27:40: Dass er über Verordnungen am Parlament vorbeilegiferiert, dass er auch in die Kompetenzen von Kantonen und Gemeinden eingreift.

00:27:52: wenn ich an das Tempo dreistig denke oder an die Diskussion zum Nachtflug verbot, die in Zürich mit einer Initiative lossiert wurde und jetzt mit einem Bundesgesetz da quasi diese aushebeln will dann ist das schon, finde ich wie er politisiert.

00:28:09: oder es ist ein Machtanspruch den er hat dass er den eigenen Wirkungsbereich so stark ausnutzen will ohne auf die Anliegen von anderen Kreisen einzugehen.

00:28:24: Das find' ich in einer Konkurrenzdemokratie mit Minderheiten Schutz.

00:28:28: Das ist eigentlich nicht die Art und Weise wie wir politisieren.

00:28:30: Es ist sehr unschweizerisch wie er Politik macht.

00:28:33: Er hatte ja vor der Wiederwahl von Donald Trump seine Sympathie für den amerikanischen Präsidenten, der jetzt wieder amtetbekundet.

00:28:44: Hat er leicht autoritäre Züge?

00:28:48: Am Ende des Tages ist es das Bundesratsgremium, dass entscheidet und ich sehe die Schwierigkeit und das Problem ehardarstrukturell in der Zusammensetzung mit dem rechtsbürgerlichen Block mit zwei SVP- und zwei FDP, Positionierung, wie er jetzt das Umweltthema im rechten Rande positionieren will.

00:29:05: Dass die das unterstützen?

00:29:08: Sie sagten zuvor, dass Ökologische das gilt als Links.

00:29:15: Warum eigentlich?

00:29:17: Es wurde in den letzten wenigen Jahren stärker in der linken politischen Ecke positioniert vielleicht sozusagen.

00:29:26: Ich bin einverstanden, für mich ist Klimaschutz eigentlich nichts was sich auf der Links-Rechtsachse einordnen lässt.

00:29:32: Es geht um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen es geht um die Reduktion der negativen Auswirkungen des Verbrennungsfossiler Energien und das ist per se nichts Linkes und Nichts Rechtes.

00:29:45: Das ist unser gemeinsames Ziel unsere gemeinsame Aufgabe wo wir hin müssen.

00:29:53: Das ist eine Interpretation, die ich schwierig finde.

00:29:58: Weil es nicht ein grundsätzlich linkes Anliegen Klimaschutz zu betreiben, sondern es ist eine Notwendigkeit.

00:30:06: Ich glaube wo man politisch diskutieren kann, ist die Frage was sind die richtigen Instrumente?

00:30:12: Wer finanziert diese Maßnahmen?

00:30:14: Welche priorisiert man?

00:30:16: Da kann man unterschiedlicher Auffassung sein und da gibt es wohl auch gewisse Präferenzen von Linker oder rechter Seite.

00:30:23: Ich finde beispielsweise der Anspruch auch einer grünen Politik ist, dass man einen Klimaschutz betreibt, der sozial ist.

00:30:32: Der sozial gerecht ist aus der Überzeugung das die Bevölkerung durchaus bereit ist Klimaschutz zu machen mitzutragen Auch wenn er teilweise mit höheren Kosten verbunden ist.

00:30:45: Wenn Sie sehen, dass alle mitmachen und sobald sie sehen privilegierte Gruppe oder Schicht gibt, die sich da rausnehmen kann quasi freikaufen kann.

00:30:58: Dann glaube ich sinkt die Akzeptanz und deshalb bin ich eine starke Verfechterin auch von sozial ausgestalteten Klima- und Umweltschutz.

00:31:06: Da gibt es auch andere Betrachtungsweisen.

00:31:08: das ist dann die politische Diskussion die wir führen.

00:31:11: Glauben Sie dass die Marktwirtschaft die ganz wesentlich zur Umweltzerstörung beigetragen hat?

00:31:17: Auch das richtige Instrument ist um die Umweltzersteuerung zu bekämpfen?

00:31:20: Ich glaube, wir haben wenig überzeugende Alternativen im Moment zu einer Marktwirtschaft.

00:31:27: Aber die Frage ist wie wir sie ausgestalten?

00:31:30: Wir haben mit Möglichkeiten wie stärkeren geschlossenen Kreisläufen und den erneuerbaren Energien und mit Modellen, wie Unternehmen geführt werden viel weniger stark oder nicht mehr.

00:31:44: diesen Wachstumstrang unterliegen schon auch Modelle, wie eine Wirtschaft funktionieren kann im Einklang funktioniert mit unseren natürlichen Ressourcen.

00:31:56: Wir haben es ja zu tun, mit einer Verschiebung von der Marktwirtschaft zur Machtwirtschaft.

00:32:03: Mehr und mehr globale Plattformer lehnen eigentlich den Wettbewerb ab.

00:32:10: Peter Thiel, einer der Großen in Silicon Valley sagt, Monopoles sind viel kreativer als der Wettbetrieb?

00:32:19: Und diese Plattformen handeln immer Autoritäre und glauben an die Technologie weit mehr als an die Demokratie.

00:32:28: auch da, sagt ein Peter Thiel.

00:32:31: Technologie bringt Freiheit nicht.

00:32:33: Demokratie bringt Freiheit und alles was die Technologien behindert beispielsweise die Ökologie soll beiseite geschoben werden.

00:32:40: ist das eine Tendenz die weiter wachsen wird?

00:32:44: Und ist das ne Tendenze die sie auch in der Schweiz spüren?

00:32:48: ist eine ganz, ganz schwierige Entwicklung.

00:32:51: Und ich glaube sie bedingt vor allem dass wir nicht nur Antworten in der Schweiz und in einzelnen Ländern suchen sondern dass wir sie international innerhalb der Staatengemeinschaft multinational.

00:33:04: das wird die richtigen Antworten darauf finden also dass Regulierungsvorhaben heute die Nationalstaaten auch überspannen können muss.

00:33:14: Wir haben da in Europa sicherlich eine gute Ausgangslage, aber ich glaube es braucht noch größere Projekte.

00:33:21: Bei Plattformen ist das ein gutes Beispiel die sehr schnell von einem Standort an den anderen wechseln können wenn es ihnen in einem Land nicht mehr gefällt oder sie von der Regulierung sich zu stark eingedrosselt fühlen dass Sie dann einfach in das nächste Land im nächsten Kontinent wachsen.

00:33:38: und deshalb glaube ich brauche das da.

00:33:39: Antworten die eben umfassender sind überspannender.

00:33:44: Das ist ein Plädoyer für den Einbezug in Europa, wenn ich sie richtig verstehe.

00:33:51: Das sehen aber nicht alle Grünen so!

00:33:52: Sie haben doch in Ihrer Partei schon immer eine Tradition der Europascapsis gehabt und ich erinnere mich da waren sie noch natürlich überhaupt nicht in der Politik.

00:34:04: Ich habe aber in der Publicistik in über den EWR, da waren die Grünen eher skeptisch bis dagegen.

00:34:15: Ja das stimmt und diese Position hat sich aber fundamental geändert.

00:34:20: Das war am Anfang zweiundneunzig, da war ich gerade mal so ein halbes Jahr auf der Welt... Und haben sich intensiv in den Abstimmungskampf eingebracht?

00:34:30: Entsprechend genau!

00:34:31: Aber es zeigt vielleicht etwas dass heute eine andere Generation herangewachsen ist und aktiv ist bei den Grünen.

00:34:38: Das Thema Europa ist auch sehr stark innerhalb unserer Partei diskutiert, mit der Basis und den Delegierten.

00:34:46: Heute nehme ich eine sehr große Unterstützung.

00:34:51: einer aktiven Europapolitik war.

00:34:53: Wir gehen jetzt in die Abstimmungen, zuerst in die Parlamentsberatung und dann die Abstimmung zu den bilateralen.

00:34:59: Und da ist seitens der Grünen Fraktion und seitens des grünen Basis ein sehr, sehr klares Bekenntnis, dass wir die großen Aufgaben unserer Zeit gerade im Klimaschutz aber auch in anderen Bereichen – auch die Stärkung der Demokratie, die unsere Aufmerksamkeit sehr stark benötigt – dem Moment, das wir sie nur gemeinsam mit Europa erreichen

00:35:17: können.".

00:35:18: Demokratie, Sie lancieren eine neue Volksinitiative gegen die Vielfliegerei für eine Flug-Ticketabgabe.

00:35:27: Wer kurz Strecken fliegt soll eine Gebühr von fünfzig Franken zahlen.

00:35:32: Wer längere Strecken Fliege dann entsprechend mehr und Privatschätts mindestens fünfhundert Franken pro Flug?

00:35:40: Sie lanzieren das mit Ihrer Organisation um Verkehr.

00:35:44: Warum lanziern das nicht die Grünen?

00:35:47: Mit Umverkehr, das ist eine verkehrspolitische Umweltorganisation haben wir uns jetzt schon viele Jahre mit diesem Thema auseinandergesetzt.

00:35:56: Sie sind Ko-Präsidentin?

00:35:58: Genau!

00:35:59: Es war einer unserer Kampagnen schwerpunkte diese Verlagerung von Flug auf Zug Und es ist entsprechend eigentlich nur natürlich, nachdem wir dieses Thema aufgearbeitet haben, Kampagnentechnisch verschiedene Veranstaltungen dazu gemacht haben.

00:36:14: Es im Parlament versucht haben voranzubringen und das nicht geklappt hat, dass wir jetzt das Instrument einer Volksinitiative ergreifen.

00:36:21: Die Grünen unterstützen das von Anfang an seit der Lossierung wie auch andere Parteien und anderen Organisationen.

00:36:30: Eine Initiative ist eine Flugticketabgabe, die mit einer Rückverteilung der eingenommenen Gelder an die Bevölkerung sowohl sozialer Klimaschutz als auch einen liberal ökonomischen Klimaschutz eben vereinen kann und in dem Sinne eine solche Breite auch zeigt, dass sich verschiedene Parteien, verschiedene Organisationen dahinter stellen können oder dieses Anliegen unterstützen können.

00:37:00: Die genaue Ausgestaltung ist dann natürlich dem Parlament überlassen.

00:37:05: Im Initiativtext sagen wir mindestens dreißig Franken für die Fluggäste, für die Passagiere verursachergerecht ausgestaltet.

00:37:13: also wie Sie gesagt haben längere Flüge oder in einer First Class zum Beispiel soll die Abgabe höher sein weil da auch einfach der Fußabdruck dann entsprechend höher ist und bei den Privatschätts mindestens fünfhundert Franken.

00:37:24: Und so in einem Minimum ausgestalten gäbe das etwa eineinhalb Milliarden jedes Jahr eine Summe, die zur Verfügung steht.

00:37:32: Die wir großmähheitlich der Bevölkerung zurückgeben wollen in Form von Mobilitätsgutscheinen damit sie auch etwas in der Hand haben, damit Sie auch Geld zurückbekommen.

00:37:43: Das heißt dass jede und jeder einen Gutschein von hundert Franken für den öffentlichen Verkehr erhielte und zusätzlich dann auch finanziert würden.

00:37:52: Zugstrecken ins Ausland bessere Verbindungen als wir sie heute haben?

00:37:57: Genau!

00:37:57: Wir möchten wie beides ermöglichen, dass wir das Angebot stärken.

00:38:02: Dass wir effektiv bessere Zugverbindungen haben international auch national und vor allem aber auch die Leute befähigen und ihnen einen Gutschein geben auch Mittel zur Verfügung stellen, dass sie das nutzen können.

00:38:14: Und ich finde interessant wenn man die Rechnung macht dann sind die Profiteurinnen und Profiteure in der absoluten Mehrzahl.

00:38:22: also es werden voraussichtlich um die neunzig Prozent der leute der Bevölkerung wird mehr Geld erhalten als sie für eine solche Flugdicketabgabe zahlen.

00:38:31: Und es sind nur sehr wenige, die wirklich sehr oft fliegen diese Vielflieger, Diamente des Jahres unter dem Strich mehr zahlen würden weil Sie auch entsprechend mehr an das Voranbringen der Klimawärmung beitragen.

00:38:45: Wir sprechen zu Ferienzeiten wo gerade Herrscharen sich nach Zürich Kloten begeben haben.

00:38:55: Es waren letztes Jahr sechzig Millionen Passagiere, die in der Schweiz unterwegs waren und mit einer Kurzstrecke.

00:39:08: Sie glauben dass sie sich da trotzdem durchsetzen können will hat nicht jeder im Hinterkopf.

00:39:13: ich fliege vielleicht mit schlechten Gewissen aber ich flieg Ich glaube sehr fest daran, weil wir wollen nicht ein schlechtes Gewissen verbreiten sondern wir wollen ganz explizit dieses systemische Korrigieren das wir heute haben.

00:39:28: Heute wird der Flugverkehr ja subventioniert indirekt, weil er keine Kerosinabgabe zahlt und mitunter auch deswegen so günstige Preise anbieten kann und wir wollen etwas an diesem System ändern.

00:39:42: Und weil die Kerosinbesteuerung ein sehr schwieriges Thema ist, weil das in internationalen Verträgen, etwa über hundertdreißig sind es von der Schweiz aus als bestritten wird oder abgemacht wurde dass man das nicht besteuern will.

00:39:54: Ist die Flugticketabgabe eigentlich das Bond- oder die Korrekturmaßnahme dafür?

00:39:59: Ich finde interessant.

00:40:00: wir haben eine Umfrage gemacht mit einem unabhängigen Borschungsinstitut Und da kam dabei heraus, dass etwa siebzig Prozent der Befragten eine Flugticketabgabe unterstützen.

00:40:14: Das sind nicht weil siebzig Prozent der Leute nicht fliegen wollen sondern weil der Großteil der Bevölkerung sieht es ist einfach zu günstig.

00:40:21: Es kann nicht sein das sich für zwanzig Franken von Zürich nach Berlin fliegen kann wenn mein Zugticket von St.

00:40:27: Gallen nach Züricher schon praktisch so viel kostet.

00:40:30: Da können die Umweltauswirkungen einfach nicht eingepreist sein.

00:40:34: Bin wirklich überzeugt, ein Großteil der Bevölkerung ist bereit daran etwas zu korrigieren.

00:40:39: Elf Prozent der Treibhausgasemissionen stammen vom Flugverkehr?

00:40:46: Warum ist es so hochgeblieben bei einem im Grunde genommen doch überschaubaren Sektor?

00:40:52: Es sind in der Schweiz elf Prozent.

00:40:54: Wenn man nur die CO-Zweihemissionen anschaut und wenn man den effektiven Klimaeffekt anschaut, also die nicht-CO-Zwei-Emissionen, die der Flugverkehr auch verursacht durch das ganze Russe und die Partikel in der Luft dann sind es sogar Faktor drei mehr als da sind wir bei siebenundzwanzig Prozent des Schweizer Klimaeffektes Und das ist der größte Klimatreiber in der schweiz.

00:41:16: Es gibt kein anderer Bereich, auch dem mobilisierte Verkehr nicht, der so viel zur Klimaerwärmung in der Schweiz beiträgt als der Flugverkehr.

00:41:24: Und wir haben auf der anderen Seite keine glaubwürdige Alternative, wie wir in den nächsten Jahren diesen stetig wachsenden Flugverkehr irgendwie ökologischer ausgestalten können.

00:41:39: Es gibt natürlich mit den Sustainable Aviation Fuels, mit diesen nachhaltigen Teibstoffen gibt es eine Möglichkeit wie man dann vielleicht in Zukunft wenn dieser Markt einmal skaliert ist einen Teil der Emissionen reduzieren kann aber nur einen Teil.

00:41:55: Das heißt wir müssen auch auf der anderen Seite den Flugverkehr reduzieren und da ist eine Flugdicket Abgabe glaube ich ein sehr wirkungsvolles Instrument.

00:42:06: Es waren ökonomische Studien, die vor einigen Jahren einmal gemacht wurden für die Schweiz.

00:42:11: Das mit einer Flugticketabgabe in dieser Höhe bereits etwa zwanzig Prozent der Flugpassagiere bereit wären auf eine nachhaltige Transportform also auf den Zug umzusteigen und damit könnten wir doch relevante zwei reduzieren.

00:42:28: Also es wären etwa sechzehn Prozent der Flugemissionen, die wir reduzieren könnten.

00:42:32: Ich glaube, ich habe im Parlament noch nie eine Maßnahme gesehen oder darüber abstimmen können, die als Einzelmaßnahme einen so großen Klimaeffekt hätte als so eine Flugticketabgabe.

00:42:42: Sehen Sie Chancen dass das Parlament sich für diese Initiative ausspricht?

00:42:46: Ich sehe Chancene nicht weil ich zu optimistisch wäre sondern weil einerseits die Bevölkerung tatsächlich sehr offen ist für dieses Instrument weil es ein Thema ist bei dem CO-Zweigesetz, das damals von der Bevölkerung abgelehnt wurde bereits diskutiert hatten und damals eine Mehrheit des Parlamentes inklusive Mitte, inklusive Großorteile der FDP sich für dieses Instrument ausgesprochen haben.

00:43:14: Weil es eben auch ein sehr liberaler Ansatz für Klimaschutz ist weil es verursachergerecht ist, weil es dort ansetzt wo effektiv die CO-zwei Emissionen verursacht werden.

00:43:25: und deshalb glaube ich ja es ist ein sehr konkretes Instrument dass aber Chanc hat im Parlament und bei der Bevölkerung.

00:43:31: Themenwechsel, Sie sind Wissenschaftlerinnen!

00:43:34: Sie haben an der ETH studiert, doktoriert – und ihre Doktorarbeit ging ich zitiere über ein bewegungsbasiertes Sensorsystem zur quantitativen und qualitativen Messung von Schlaf am Rehabilitation Engineering Lab unter ETH.

00:43:52: Was war das?

00:43:55: Wir haben mit Bewegungssensoren die man tragen kann.

00:43:58: Wie eine Uhr am Handgelenk, im Fußgelenk oder um die Brust herumgeschnallt haben wir eine Schlafmessung gemacht Wir haben Algorithmen entwickelt das war vor allem mein Verantwortungsbereich wie wir dann mit diesen Sensoren herausfinden können wann und wie gut jemand schläft Und haben das insbesondere dann angewandt und optimiert für Personen mit Schlafstörungen dass die ein Instrument an die Hand bekommen, mit dem sie einfacher von zu Hause aus gewisse Messungen machen können.

00:44:30: Die sind nie gleich genau und gut wie wenn man vor Ort in einen Spital oder Schlaflabor geht aber sie helfen einerseits Zuhause zu schlafen in eine natürliche Umgebung und eben nicht in diesem klinischen Setting Und auf der anderen Seite die Messungen über mehrere Tage eins zwei drei Wochen und auch tagsüber durchführen zu können.

00:44:51: Klinischen Schlafloppo so nicht möglich ist.

00:44:54: Wenn man an der ETA gearbeitet hat, ist man stark konfrontiert mit Wissenschaftsfeindlichkeit.

00:45:01: Es gab eine Zeit da Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hoch willkommen waren – es gibt eine Zeit jetzt wo immer wieder wissenschaftliche Befunde in Frage gestellt, WissenschaftlerInnen und Wissenschaftlern persönlich angegriffen werden.

00:45:20: Was ist da geschehen?

00:45:21: Versöhnlich nehme ich es so wahr, dass zumindest in gewissen Bereichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch stärker versuchen ihre Erkenntnisse in die gesellschaftlichen Debatten einzubringen.

00:45:35: Zurecht auch um auf das vorherige Thema zurückzukommen gerade im Umwelt- und Nachhaltigkeits- und Klimabereich ist die Forschung ja schon sehr lange und in sehr großer Einigkeit daran, dass wir etwas tun müssen.

00:45:50: Aber die Politik reagiert zu wenig und dass sie dann versuchen ihre Erkenntnisse noch stärker in die Breite zu bringen – zu erklären und aufzuzeigen – finde ich an sich eine sehr gute Entwicklung.

00:46:00: Und damit setzen Sie sich aber auch stärker gewissen Anfeindungen aus.

00:46:05: Ich finde aber den Punkt, den Sie machen ist schon wichtig und eine Entwicklung, die ich auch mit einer Sorge beobachte.

00:46:12: Gerade letztens hat man ja gehört, dass der Bundesrat den wissenschaftlichen Beirat abschaffen will.

00:46:18: Den Wissenschaftsrat?

00:46:19: Genau!

00:46:21: Der Bundesrat als objektives Gremium beraten sollte.

00:46:26: und ich finde das sind schon Anzeichen dafür, dass wir im politischen Diskurs gegenüber der Wissenschaft aber vor allem auch gegenüber der Fakten und der Faktanbasis zumindest von gewissen Kräften etwas eine Entfernung spüren.

00:46:42: Oder wir sehen immer wieder, dass wir etwas von einem Faktendiskurs zu einem Meinungsdiskurs wechseln.

00:46:49: Dass die Interpretation von Fakten oder von Grundlagen auf ein wissenschaftlichen Grundlagen dann etwas freier gehandhabt wird und das nimmt uns etwas den Boden um noch gute Diskussionen zu führen über die unterschiedlichen politischen Meinungen und Interpretations dazu.

00:47:04: Das geht ganz besonders für die Klimawissenschaften.

00:47:07: da lässt man Befunde eigentlich nicht gelten Es gelten nur die Fakten, die einem passen?

00:47:14: Ja zu einem gewissen Grad.

00:47:17: Die eigentliche Klimaleugnung ist in der Schweiz aktuell nicht mehr so präsent aber das sehr selektiv einfach nur diejenigen wissenschaftlichen Fakte und Erkenntnisse herbeigezogen werden, die einen gerade in den Kram passen und alles andere einfach außen vorgelassen wird.

00:47:31: Das macht es schwierig wenn man wie nicht mehr die gleichen Grundlagen hat oder von den gleichen Grundlagern ausgehen kann Um sich dann noch über die Maßnahmen, die daraus folgen sollten, gut austauschen zu können.

00:47:43: Atomenergie – da gibt es einen Faktum nämlich dass die Entsorgung bis heute nicht geregelt ist.

00:47:49: und trotzdem kommt die atomare Energie sagen die Gegner, die Kernenergie sagen liebe Fürworter wieder stärker zum Zuge jedenfalls in der politischen Diskussion.

00:48:03: Wie sehen Sie das?

00:48:06: Ich finde das eine sehr ungünstige Diskussion tatsächlich, weil die Technologie nicht an diesem Stand ist.

00:48:13: Und wenn wir dann einmal eine Weiterentwicklung dieser Nukleertechnologie haben sollten, die tatsächlich diese Fragen zufriedenstellend beantwortet... Die Fragen der Entsorgung meinen Sie?

00:48:25: ...wie wie mit dem Abfall umgehen genau aber auch wie wir mit der Sicherheit umgehen.

00:48:30: Es gibt immer noch alle zehn Jahre etwa im Schnitt einen Reaktorunfall global gesehen, es jährt sich jetzt gerade vierzig Jahre Tschernobyl wo wir bis heute die Ausspürungen wohl noch in kollektiven Erinnerungsvermögen haben.

00:48:44: also das sind ganz große Fragen die heute nicht gelöst und auch mit der neuen Technologie noch nicht gelösst sind.

00:48:49: und solange wir darauf keine guten Antworten haben ist ein Neubau eines AKWs Aus meiner Sicht keine Option und ich glaube auch gesellschaftlich nicht akzeptiert.

00:49:01: Was aber passiert jetzt mit dieser Debatte um die Blackout-Initiative, ist dass wir der Bevölkerung vorgaukeln, das es eine Alternative wäre!

00:49:12: Dabei wissen alle, dass selbst wenn wir jetzt politisch dieses Neubauverbot aufheben, das in den nächsten fünfzehnzig oder dreißig Jahren niemals ein AKW gebaut werden kann.

00:49:21: Das geht gar nicht von der zeitlichen Dimension.

00:49:23: Es ist also kein Beitrag zu der aktuellen Diskussion um Versorgungssicherheit.

00:49:28: wie wir unser Energiesystem umbauen wollen?

00:49:31: Wie wir eine grüne und eine sichere Stromversorgung sicherstellen wollen?

00:49:35: Da bringt es überhaupt keinen effektiven Beitrag, ein AKW kann und neues AKW-Kandazug einen Beitrag leisten.

00:49:41: Warum wird dann diese Diskussion lossiert?

00:49:45: Namentlich auch durch den Departementsvorsteher des Uweck Albert Rüsti?

00:49:51: Ich unterstelle tatsächlich die Strategie den Ausbord der Erneuerbaren damit zu verlangsamen Weil all die Leute in der Schweiz, die jetzt an dem Punkt sind auch durch die Debatten, die wir in den letzten Jahren geführt haben.

00:50:03: Dass sie auch investieren wollen, dass sie vielleicht eine Solaranlage bauen wollen auf ihr Einfamilienhaus, auch wenn Sie vielleicht schon etwas älter sind nicht mehr Jahrzehnte in dieser Liegenschaft verbleiben wollen denen nimmt man die Motivation in die Erneuerbaren zu investieren Wenn man ihnen sagt ja ja Wir haben ja dann noch mit neuen AKWs eine Technologie Die das alles für euch regeln wird Und damit, und das ist die große Gefahr, die ich sehe aufgrund dieser Debatte.

00:50:30: Könnte es dazu kommen dass der Ausbord erneuerbaren?

00:50:33: Und der Ausbau des Solards wo wir jetzt eigentlich gut unterwegs sind, der aber wirklich jetzt auch noch zügiger vorangehen muss, dass wir da etwas auf die Bremse stehen.

00:50:41: Sollten bei dieser Generaloffensive auf die Anliegen, die ihnen wichtig sind eine Annäherung zwischen den Grünen und den Gründliberalen stattfindet.

00:50:52: Thematisch finde ich, sind wir sehr gut mit den Gründliberalen unterwegs.

00:50:56: Wir können sehr gut zusammenarbeiten.

00:50:59: Die Grünen und die Gründliberalen teilen sehr viele Aspekte im Bereich Klimaschutz, sehr viele Anliegen, sehr viel Projekte.

00:51:08: Ich glaube wie vertreten eine etwas unterschiedliche Perspektive auf dieses Thema Und das hat auch seine Berechtigung.

00:51:17: Der Anspruch der Grünen ist vor allem auch einen sozial gerechten Klimaschutz zu betreiben, während von der GLP typischerweise eher die ökonomische Betrachtung im Vordergrund steht.

00:51:30: Aber das gibt sehr viele Überschneidungen und da können wir gemeinsam mit gemeinsamen Kräften vorangehen.

00:51:35: Und dann gibt es einige Themen wo wir uns wohl aus dieser unterschiedlichen Perspektive unterscheiden.

00:51:41: Auch das finde ich ist legitim.

00:51:44: Ich glaube unter dem Strich hilft es dass von bürgerlicher Seite es Kräfte gibt, die sich noch mit Klimaschutz beschäftigen und eben auch diese liberale Perspektive auf Klimaschutz sehr gut abholen und in die Politik einbringen können.

00:52:00: Welchen Blick werfen Sie auf die Sozialdemokratie, von der man das Gefühl hat dass sie doch grüne Themen etwas weniger herausstellt als auch schon?

00:52:10: Bei konkreten Abstimmungen im Parlament haben wir eine sehr große Unterstützung von den sozialdemokratischen Kräften.

00:52:18: Ich denke, man sieht tatsächlich jetzt in den letzten Jahren wo Klimaschutz stärker im Gegenwind steht dass es vor allem die grünen Kräfte waren die dieses Thema noch stärker präsent hatten und auch in den verschiedenen Politikbereichen den Fokus darauf hatten oder diese Argumentation mit einbezogen hatten.

00:52:37: Unter dem Strich aber braucht es natürlich alle Kräfte, die sich für die ökologische Transformation einsetzen und da ist die Sozialdemokratie ein ganz wichtiger Partner.

00:52:48: Letzte Frage – Sie sind konsensual, konsensuel und konsensuaal!

00:52:52: Sie suchen immer die Brücke, sie suchen immer den Handschlag.

00:52:56: Ist das eine Politik, die in der Schweiz wirklich funktioniert?

00:53:01: Wo man zwar viel von Konsens redet, aber erzeit sehr viel Machtpolitik erlebt?

00:53:08: Für mich ist es der Weg, den ich als vielversprechend sehe gerade aus der Position der stärksten Opposition heraus.

00:53:18: Wo wir Verbündete brauchen um unsere Anliegen durchsetzen zu können.

00:53:22: Ich bin aber einverstanden dass im Moment der Konsens nicht mehr gleich gelebt und nicht von allen Kräften gleichgelebt wird mindestens im politischen Diskurs eine Polarisierung spüren, die sich etwas von dieser Kompromissfähigkeit und Konsensfähigkeit entfernen.

00:53:41: Ich glaube aber um gute Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit zu erreichen – da sehe ich Klimaschutz als wohl oberste Priorität!

00:53:50: Da brauchen wir Lösungen, die verschiedene Leute abholen können, die gemeinsam getragen werden damit wir sie rasch umsetzen können guten Konsensen in den nächsten Jahren vorankommen.

00:54:03: Das scheint so zu sein, dass die St.

00:54:05: Gallerinnen und St.

00:54:06: Galla das bei ihnen jedenfalls spüren, denn sie sind die sogenannte Panagierkönigin im Kanton St.

00:54:13: Galen.

00:54:13: Sie haben am meisten Stimmen von Wählerinnen und Wählern andere Parteien erhalten.

00:54:20: Franziska Riesa ganz herzlichen Dank!

00:54:22: Vielen Dank für das Gespräch Und meine Damen und Herren, ich freue mich auf unser Wiederhören.

00:54:31: Der Podcast erscheint jeden ersten Freitag des Monats!

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Wie gehen wir durch eine Welt im Wandel? Was braucht es, damit die Demokratie den Krisen trotzt? Und welche Utopien bleiben? Publizist Roger de Weck ist einer der profilierten Intellektuellen in der Schweiz. Im Republik-Podcast «De Weck: Im Gespräch» trifft er Menschen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Und befragt sie zum Hier und Jetzt.

von und mit Roger de Weck, Republik Magazin

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